Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

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Niemals Nasenfahrrad

Brille. Ein einfaches Wort, mit Doppel-l, das B vorne sieht fast aus wie eben jenes beschriebene Ding. Englisch “glasses”, die Gläser eben, irgendwie sehr logisch und nachvollziehbar. Was ich eher nicht nachvollziehen kann, ist dagegen ein Wort, das mir immer mal wieder begegnet.

Nasenfahrrad

Warum? Ich meine: WARUM?

Ja, gut, die Brille sitzt auf der Nase. Aber Fahrrad? Orrr. Verschafft mir Gänsehaut, dieser Begriff. Ich wollte trotzdem rausfinden, woher der überhaupt stammt, und was es noch so an Spitznamen für die Brille gibt. Der Duden sagt: “Intelligenzprothese” (ach du liebe Zeit), “Nasenquetscher” (das wiederum trifft es je nach Modell recht gut), “Spekuliereisen”. Ach ja nun. Ich glaube, ich bleibe einfach bei Brille. Oder “Gläser”, von mir aus.

Weiter heißt es da und auf Wikipedia, der Begriff “Brille” selbst kommt aus dem Spätmittelhochdeutschen, b[e]rille, ursprünglich berillus, berille für Beryll. Das wiederum hat damit zu tun, dass man die ersten Linsen tatsächlich aus geschliffenem Beryll, einem Mineral bzw. Halbedelstein, hergestellt hat. Um 1300 war das, wow. Beryll, Halbedelstein, damals Oberbegriff für klare Kristalle …

Glas aus Glas?

Wir nähern uns dem Glas an, das es heute ist. Wobei – heute werden ja längst keine normalen Gläser mehr verwendet. Kunststoff, superleicht, hochmodern, was es nicht alles gibt. Sogar aus dem 3D-Drucker gibt es schon Brillenfassungen. Aber das ist ein anderes Thema. Und auch der Beryll deckt leider nicht auf, wie es zum Nasenfahrrad kommen konnte. Ehrlich jetzt mal. Nasenfahrrad. ^^ Wie nennen Sie denn Ihre Brille? Haben Sie einen speziellen Namen dafür? Vielleicht sogar einen Kosenamen? Soll ja Menschen geben, die ihren Autos Namen geben. Warum nicht auch der Brille?

Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

Kommentare

  • FlauschFan
    22. Mai 2015

    Hey ho kam grad auf Deinen Blog und musste grinsen … Die Frage nach dem nasenfahrrad habe ich mir auch schon zur Genüge gestellt. Ich könnte mir es bloß rein optisch erklären. Vorderrad rechtes Glas, Hinterrad linkes Glas und der Rahmen – naja klar.

    Finde deinen Blog übrigens wirklich sehr cool
    Grüße von einer Holzgestellträgerin 🙂

  • Natascha
    21. Oktober 2020

    Hallo,
    ein sehr schöner Blog, den ich zufällig gefunden habe 😊
    Für mich ist Brille ein ganz besonderes Thema, weil ich ohne Brille oder Linsen blind wie ein Maulwurf bin 😳
    Bin mittlerweile bei -16 Dioptrien und deshalb ist mein Nasenfahrrad mehr schon ein dickes Schwerlast-Fahrrad 😥
    Und meine Mutter spricht auch schon mal gerne etwas mitleidig von der kleinen “Sternwarte” auf meiner Nase 😡
    Na ja, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung …
    Übrigens habe ich vor kurzem auch mal mit einem eigenen Blog angefangen. Er heißt “Lust und Frust mit -16 Dioptrien”. Ich werde da bald weitere Beiträge einstellen.
    https://kleine-blindschleiche.jimdofree.com/

    LG Natascha

    • Fräulein Walzer
      21. Oktober 2020

      Hallo Natascha, über die Sternwarte musste ich lachen – ich finde, das ist eher ein Kompliment. Wer hat schon seine eigene Sternwarte? Aber ich stell’s mir in der Tat anstrengend vor … Wenn ich mal ohne Brille losziehe, dann passiert nicht so viel (zumindest, wenn ich keine Schilder lesen muss). Puh! Ich wünsch Dir viel Spaß beim Bloggen und finde das eine wunderbare Idee, denn garantiert gibt’s genug Menschen, die sehr gern lesen, dass sie nicht alleine sind.

      • Natascha
        22. Oktober 2020

        Über die Sternwarte muss ich sogar selber lachen. Das ist ja auch nicht verletzend gemeint 🙂
        Du hast aber vollkommen Recht, es ist schon ganz schön anstrengend mit so ner dicken Brille. Allein schon weil die so schwer auf die Nase drückt. Dafür ist meine kleine Stubsnase einfach nicht gemacht 😧.
        Manchmal setze ich dann lieber die Ersatz-Brille meiner Mutter auf. Die ist auch kurzsichtig, hat aber nur -6 Dioptrien, die Glückliche. Damit bin ich dann zwar immer noch so gut wie blind. Aber wenn ich mir das Smartphone gaanz dicht vor die Nase halte, kann ich dann wenigstens lesen. Und Stricken oder Sticken geht dann auch. Ist aber alles ganz schön mühsam und sieht wohl auch etwas merkwürdig aus. Meine Mutter amüsiert sich jedenfalls immer köstlich, wenn sie mich so sieht 🤭
        Das Problem ist halt, dass ich meine Linsen nicht mehr so gut vertrage. Als ich die noch jeden Tag tragen konnte, hat es mich überhaupt nicht gestört, immer kurzsichtiger zu werden. Die Brille hab ich dann wirklich nur morgens und abends aufgesetzt, um mein Linsendöschen zu finden 😉
        Mittlerweile muss ich aber immer längere Linsenpausen machen und am Wochenende trage ich sie eigentlich gar nicht mehr. Für mich heißt das dann auch immer Stubenhocken, weil ich mit Brille halt keinen Schritt mehr vor die Türe gehe… Na ja, ich bin eigentlich ganz gerne zu Hause und deshalb ist das für mich jetzt nicht ganz so schlimm
        Aber manchmal ist es halt schon ein bischen frustrierend mit so viel Dioptrien😢
        Liebe Grüße,
        Natascha

        • Fräulein Walzer
          3. November 2020

          Ach, das glaub ich Dir. Linsen kamen für mich echt nie in Frage … Komm damit so gar nicht klar. Aber umso wichtiger ist ja dann eine Brille, die Spaß macht und die Du gern trägst. Liebe Grüße

  • Miriam
    13. November 2020

    Wow, Du hast -16 Dioptrien😲
    Du Arme!
    Ich hab -1,75 Dioptrien und es nervt mich schon total. Ich glaub, ich würd durchdrehen mit -16.
    Und deine Mutter amüsiert sich darüber? Okay, ist natürlich auch irgendwie schon wieder süß, wenn du dir das Handy direkt vor die Nase halten musst 😂

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